Vandalismus in KiTa St. Petrus Canisius

Nach einem Nachbarschaftsstreit war die Kita St. Petrus Canisius gezwungen, Bäume zu fällen. Vandalen beschmierten die Fassade. Ein Bericht der WAZ.


Vandalen beschimpfen Kita als „Baummörder“

  In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Unbekannte den Eingangsbereich der Kita St. Petrus Canisius in Duisburg-Wanheimerort beschmiert. Es ist nicht der erste Vorfall.  (WAZ-Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Serivces)
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Unbekannte den Eingangsbereich der Kita St. Petrus Canisius in Duisburg-Wanheimerort beschmiert. Es ist nicht der erste Vorfall. (WAZ-Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Serivces)

Nach einem Nachbarschaftsstreit war die Kita St. Petrus-Canisius in Duisburg gezwungen, Bäume zu fällen. Vandalen beschmierten die Fassade.

Von Fabienne Piepiora

Als am Mittwochmorgen die ersten Erzieherinnen den Eingangsbereich der Kindertagesstätte (KiTa) St. Petrus Canisius sahen, trauten sie ihren Augen nicht. Über Nacht hat ein Unbekannter Fenster, Türen und Wände mit roter Schrift beschmiert: „Baum tot. Mensch tot“, steht darauf zu lesen. „Wer macht denn sowas?“ fragen nun die erschütterten Eltern – zumal die KiTa die Bäume gar nicht freiwillig fällen ließ. Der Entscheidung war ein Rechtsstreit mit Nachbarn voraus gegangen.

Die Schlösser der Duisburger KiTa wurden mit Sekundenkleber zugeklebt

Dieser hatte sich beschwert, dass die Wurzeln der Bäume seine Garage beschädigt hätten. Der Streit endete mit einem Vergleich. „Uns blieb nicht anderes übrig, als die Bäume zu beseitigen“, erklärt Ursula Roosen, Gebietsleiterin beim Kita-Zweckverband des Bistums Essen. Der Landschaftsgärtner rückte in der vergangenen Woche an. Dabei fiel ihm auf, dass ein weiterer Baum krank ist – er wird in den nächsten Tagen gefällt. „Wir haben das Thema mit den Kindern pädagogisch aufgearbeitet, mit ihnen besprochen, warum Bäume wichtig sind“, beschreibt Lara Idelberger, kommissarische Leiterin der Kita.

Bereits Ende vergangener Woche kam es zu einem ersten Vorfall. „Die Schlösser waren mit Sekundenkleber verklebt, aber wir haben uns dabei nichts gedacht.“ Der Zweckverband ließ die Schlösser austauschen, der Betrieb lief normal weiter. Am Wochenende schlugen wieder Vandalen zu. Sie beschmierten den Schaukasten vor der Einrichtung mit dem Wort „Baummörder“. Ein Mitglied der Gemeinde informierte Lara Idelberger über den Vorfall. Und nun das.

„Wer macht denn sowas und warum denkt man nicht an die Kinder, die das alles sehen?“, fragt ein Vater. In einer Whatsapp-Gruppe tauschen sich die Eltern zu den Vorfällen aus und kritisieren auch den Kita-Zweckverband, der erst jetzt an die Öffentlichkeit geht. „Wir stehen in regem Austausch mit dem Elternrat und haben frühzeitig über unser Vorgehen informiert“, widerspricht Ursula Roosen vom Kita-Zweckverband.

Eltern hängen Zettel im Schaukasten aus

Der Elternrat hat nun in den Schaukasten einen Zettel ausgehängt und informiert: „Die Baumfällungen der letzten Tage haben sicherlich fast jeden, der das gesehen hat, frustriert und wütend gemacht. Am meisten frustriert hat die Aktion aber sicherlich diejenigen, die es direkt betrifft – die Kinder! Leider gibt es Personen, die erst mal blind ihren Frust zum Ausdruck bringen, anstatt sich über Hintergründe zu informieren. Damit schaden und erschrecken sie aber nur diejenigen, die eh schon unter der Situation zu leiden haben.“

Nicole Miekley-Kehnen, Sprecherin des Elternrats, betont: „Ich verstehe den Frust über die Baumfällung. Aber es trifft in diesem Fall die Falschen. Warum fragt man nicht einfach mal nach?“

Nachts wird ein Sicherheitsdienst eingesetzt

Inzwischen hat der Kita-Zweckverband Anzeige bei der Polizei erstattet. Diese sucht nun nach Zeugen. Damit nicht noch mehr passiert, wird nachts zudem ein Sicherheitsdienst die Einrichtung bewachen. Die Kosten trägt der Zweckverband. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Vandalismus strafbar ist“, so Ursula Roosen. „Es ist traurig, dass es so weit kommen muss, aber gut, dass sich die Erzieherinnen und Kinder dann sicherer fühlen können“, sagt Mutter Nicole Miekley-Kehnen. Ein Spezialunternehmen soll zudem die Fassade reinigen. „Die Farbe bekommt man mit den Mitteln, die wir hier haben, gar nicht ab“, hat Lara Idelberger festgestellt.

Nun wünschen sich die Erzieherinnen, dass möglichst schnell wieder Ruhe in die Kita einkehrt. Das Außengelände soll in den nächsten Monaten erneuert und verschönert werden. „Dann werden wir auch eine Lösung finden, wie die Kinder im Sommer wieder im Schatten spielen können“, ist sich die Kita-Leiterin sicher.

(Quelle: waz.de, 05.02.20)


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