Pater Herman wurde 80

Vor einer Woche wurde P. Herman Olthof von den Karmelgemeinde 80 Jahre alt. Die Rheinische Post hat ihn aus diesem Anlass porträtiert.


Ein Mann der Begegnung

Pater Herman von der Karmelgemeinde in Duisburg. (RP-Foto: Peter Klucken)
Pater Herman von der Karmelgemeinde in Duisburg. (RP-Foto: Peter Klucken)

Seit 1975 prägt Pater Herman Olthof das Gesicht der Karmelgemeinde. Am Donnerstag wird er 80.

Von Peter Klucken

Seit 44 Jahren prägt Pater Herman Olthof die Karmelgemeinde. Nicht nur diese vielen Jahre, die er hier in Duisburg in der einstigen Klosterkirche wirkt, machen ihn zu einem besonderen Geistlichen. Viele Menschen kommen zu ihm und seinen Gottesdiensten, weil der Ordensmann für eine Spiritualität steht, die auf den Kern des Glaubens zielt. Auch Kirchenferne und Nicht-Katholiken sind von seinen Predigten, seiner Menschlichkeit und seiner Ausstrahlung tief beeindruckt. Am 23. Mai 1939 wurde Pater Herman in einem kleinen niederländischen Dorf geboren (im Niederländischen wird Herman nur mit einem „n“ geschrieben). Sein Vater war Bierbrauer. Pater Hermans Eltern hatten zwölf Kindern, von denen heute noch elf leben. Am kommenden Wochenende wird Pater Herman in die Niederlande fahren, um dort mit sieben Schwestern und drei Brüdern seinen Geburtstag nachzufeiern.

In der Karmelgemeinde wird seit einigen Jahren das Modell einer ehrenamtlichen Gemeindeleitung erprobt. Viele Aufgaben werden von Laien übernommen. Peter Jäger gehört als Laie mit zum Karmelrat (=Gemeinderat) und zum Leitungsteam. Er ist unter anderem für die Liturgie zuständig. Über Pater Herman sagt er: „Mit seiner Ausstrahlung, seiner Offenheit und seiner Spiritualität hat er die Karmelgemeinde für viele Menschen zu einer Oase gemacht, in der sie auftanken können.“ Pater Herman sagt es so: „Ich möchte einen Ort schaffen, der Begegnungen ermöglichen soll, mit Menschen, aber letztlich auch mit Gott.“

In den 80er Jahren hatte Pater Herman wegen seiner unkonventionellen Art, die man gelegentlich auch bei Fernsehgottesdiensten erleben konnte, Schwierigkeiten mit der Bistumsleitung. Aber er blieb sich treu. Auf klerikale Strukturen, auf leere Rituale oder inhaltsleere Traditionen pfeift er. Wichtig ist ihm praktizierte und offensive Menschlichkeit. Papst Franziskus kommt diesem Ideal seiner Meinung nach näher als seine Vorgänger. Gleichwohl macht Pater Herman keinen Hehl daraus, dass sich seiner Meinung nach noch Einiges in der katholischen Kirche ändern sollte. So sei es heute nicht mehr einzusehen, dass Frauen das Priesteramt noch immer verwehrt werde. Und zum Zölibat meint er, dass dieses für einige Menschen sinnvoll sein kann, nicht aber verpflichtend sein dürfe.

Seit fünf Jahren ist Pater Herman nun im Ruhestand. Um Verwaltungsdinge muss er sich nicht mehr kümmern. Aber nach wie vor feiert er Gottesdienste, die durch sein Charisma geprägt sind. Und da er das Leben liebt, hält er sich auch mit körperlichem Krafttraining fit.