Vorgestellt: Pastor Klaus Wilhelm Mertes

Seit 2009 ist Pastor Klaus Wilhelm Mertes wieder in unserer Pfarrei tätig, nachdem er früher bereits Pfarrer an St. Petrus Canisius war. In den Pfarrnachrichten vom 25.06.17 stellt der ehemalige Stadtdechant sich vor.


Klaus Wilhelm Mertes
Klaus Wilhelm Mertes

Obwohl in Wanne-Eickel im Jahre 1958 geboren, habe ich nach dem Abitur nicht für das Erzbistum Paderborn, sondern für das Bistum Essen studiert. Die Weihe fand im Jahre 1984 in St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer statt, weil wir 15 Kandidaten waren, eine Zahl, von der man heute nur träumen kann. Nach insgesamt sechs Kaplansjahren in Gelsenkirchen und Essen wurde ich im Jahre 1990 zum Pfarrer an St. Petrus Canisius in Wanheimerort ernannt. Seit damals bin ich ununterbrochen in Duisburg tätig, in der Stadt, in die ich niemals wollte. Inzwischen will ich hier nicht mehr weg. So spielt das Leben: Was man zu meiden versucht, ist oft genau das, was man am meisten braucht! Oder christlich gesprochen: Gott weiß schon, wie er einen dahin bekommt, wo er einen haben will.

Zwei weitere Duisburger Pfarrstellen, das Amt des Stadtdechanten und den Vorsitz im Caritasverband später bin ich im Frühjahr 2009 schwer erkrankt. Nach fünf Monaten intensiver Behandlung konnte ich meinen priesterlichen Dienst wieder aufnehmen und bin seither Geistlicher Begleiter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes Duisburg und Pastor in der Pfarrei Liebfrauen.

Bisweilen werde ich gefragt, ob ich denn - wie heute üblich - einen Arbeitsschwer-punkt habe. Wir sind damals zu Generalisten ausgebildet worden mit dem Ziel, „normaler“ Pfarrer einer „normalen“ Pfarrei zu werden, man könnte auch sagen „Wald- und Wiesenpastor“. Ich vergleiche das gerne mit dem, was man früher „Praktischer Arzt“ nannte, jemand der zunächst Anlaufstelle für alle Wehwehchen ist. Falls nötig, kann man dann ja zu den Spezialisten überweisen.

Manche sagen, ich hätte einen Hang zur Trauerpastoral, weil ich in Meiderich auch in einem Trauercafé mitwirke. Mir scheint es aber eher so zu sein, dass Tod und Trauer eine zentrale Rolle in der Seelsorge insgesamt einnehmen, da im Sterbefall noch am ehesten Bedarf nach Begleitung angefragt wird.

In meiner speziellen Situation als Pastor ohne eigene Ortsgemeinde komme ich mir oft als eine Art Joker vor. Wenn irgendwo dringend ein Priester gebraucht wird und die Kollegen nicht können, fällt ihnen zuverlässig meine Telefonnummer ein. So kommt man viel rum und fühlt sich gebraucht.

Klaus Wilhelm Mertes