Predigtreihe über Luther | 05.03.-02.04.17

In einer Predigtreihe zur Fastenzeit greift Pfr. Bernhard Lücking in St. Joseph das Erbe des Reformators auf. Kantor Andreas Pieper spielt dazu passende Choräle auf der Orgel. Ein Bericht der Rheinischen Post.


Stadtdechant würdigt Martin Luther

Stadtdechant Bernhard Lücking predigt auch über Martin Luther. (RP-Foto: crei)
Stadtdechant Bernhard Lücking predigt auch über Martin Luther. (RP-Foto: crei)

In einer Reihe von Fastenpredigten greift der katholische Pfarrer Bernhard Lücking in der St.-Joseph-Kirche (Dellplatz) das Erbe des Reformators auf. Dabei steht der evangelische Kirchengesang seit der Lutherzeit im Mittelpunkt.

Von Vanessa Prattes

Als Martin Luther vor 500 Jahren seine Stimme gegen die Herrscher Europas, den Kaiser und den Papst erhob, trug er neben der Bildung des Protestantismus auch zu einer nachhaltigen Beeinflussung der römisch-katholischen Kirche bei. Luther forderte die Rückkehr zu den „wahren“ Lehren des Evangeliums und reformierte die Liturgie, nach seiner Maxime „... dass Christus unser Lob und Gesang sei“.

Diese Gedanken möchte der katholische Stadtdechant Bernhard Lücking aufgreifen. In einer Reihe von Fastpredigten blickt Lücking in der St.-Joseph-Kirche am Dellplatz auf wichtige Aspekte von Luthers Vermächtnis. Insbesondere geht es in dieser katholischen Kirchenreihe um den evangelischen Kirchengesang, der ebenfalls mit dem Reformationsjubiläum in Beziehung gebracht wird.

In Gedenken an Martin Luther behandelt Lücking in seinen Predigten ab dem 5. März jeden Sonntag bis zum 2. April jeweils um 10 und 18 Uhr (am 12. März ausnahmsweise nur im Gottesdienst am Vormittag) Themen, die mit „500 Jahre evangelischen Kirchengesang“ verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen dabei musikalische Werke von Komponisten der Barockzeit bis zur Gegenwart: Johann Sebastian Bach, Johann Gottfried Walther und Birger Petersen. Stadtdechant Lücking sieht in dem Nachlass Luthers durchaus auch ein ökumenisches Geschenk; eine Überlegung, die in der katholischen Kirche durchaus noch als neu zu bewerten ist. Lücking stellt in seinen Fastpredigten ausgewählte Choräle vor und setzt sie mit den Evangelien der Fastensonntage in Verbindung; Kantor Andreas Pieper spielt dazu ein passendes Orgelstück. In dem aktuellen Lesekreis werden in den Gottesdiensten die Evangelien verkündet, die schon in der alten Kirche als Vorbereitung auf die Taufe in der Osternacht gedient haben. Darüber hinaus gestaltet am Karfreitag, 15 Uhr, die Capella Palestrina unter der Leitung von Kantor Andreas Pieper die Liturgie mit Chorälen der Johannespassion von Johann Sebastian Bach. Martin Luther bot mit seinen geistlichen Liedern und seiner Reform der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes nicht nur für die Geistlichen, sondern insbesondere auch für die Komponisten und Dichter eine Inspirationsquelle. „Als katholische Christinnen und Christen dürfen wir uns in großer Dankbarkeit von diesem Vermächtnis der Reformation beschenken und durch Predigt und Musik geistlich stärken lassen“, so Stadtdechant Lücking.

Folgende Choräle, die sonst vorzugsweise in evangelischen Gottesdiensten zu hören sind, möchten Stadtdechant Lücking und Kantor Andreas Pieper in der Fastenzeit behandeln: Sonntag, 5. März, „Jesu meine Freude“ (Johann Gottfried Walter, 1684-1748). Sonntag, 12. März, „Wohl denen, die da wandeln“ (Birger Petersen, Jahrgang 1972). Sonntag, 19. März, „Aus tiefer Not“ (Johann Sebastian Bach, 1685-1750). Sonntag, 26. März, „Lobe den Herrn“ (Johann Gottfried Walter). Sonntag, 2. April, „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ (J.S. Bach).

Für seine Predigten wählt Stadtdechant folgende Überschriften: „Jesu Wort des Widerstands“ (5. März); „Jesu Gotteswort“ (12. März); „Jesu Wort der Vergebung“ (19. März); „Jesu Wort der Heilung“ (26. März) und „Jesu Wort des Lebens“ (2. April).

(aus: rp-online.de, 25.02.17)