Sternsinger brachten den Segen

In der vergangenen Woche waren die Sternsinger in unseren Gemeinden unterwegs, um den Segen in die Häuser zu bringen und Spenden für Kinder in ärmeren Ländern zu sammeln.

Lesen Sie hier zwei Berichte der WAZ über den Empfang der Sternsinger bei OB Sören Link im Rathaus und über den Besuch einer Gruppe aus Christus König im Awo-Seniorenzentrum Karl-Jarres-Straße.


OB Link empfängt Sternsinger im Duisburger Rathaus

Martha und Theresa (vorne) von der Gemeinde St. Petrus Canisius wurden zusammen mit weiteren Sternsingern vom OB empfangen. (WAZ-Foto: Stephan Eickershoff)
Martha und Theresa (vorne) von der Gemeinde St. Petrus Canisius wurden zusammen mit weiteren Sternsingern vom OB empfangen. (WAZ-Foto: Stephan Eickershoff)

Die Sternsinger segnen das Duisburger Rathaus. Sie ziehen derzeit singend von Haus zu Haus und bitten um Spenden für hilfebedürftige Kinder.

Eine bunte und fröhliche Schar von Sternsingern mit Krone, Stern und Klapperbüchse hat der Oberbürgermeister in Duisburgs guter Stube empfangen. Dabei bekam das Rathaus dreifachen Segen und der Hausherr kalte Füße.

„Seid ihr auch schon alle festgefroren?“, erkundigt sich Sören Link teilnahmsvoll bei seinen königlichen Gästen nach dem Fototermin draußen auf der kalten Rathaustreppe. Die Sternsinger schütteln die gekrönten Häupter. Im Gegensatz zum Stadtoberhaupt im leichten Geschäftsanzug sind sie dick genug eingepackt, um ihrer von Haus-zu-Haus-Aufgabe gerecht zu werden.

Christus segne dieses Haus

In den nächsten Tagen werden sie und mit ihnen Tausende von Sternsinger-Kindern den alten Segen „20*C+M+B+17“ sprich: „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“, an die Türen der Häuser schreiben. Sie werden singen und um eine Gabe für die Kinder auf der Welt bitten, die solche Hilfe dringend brauchen.

„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit“, so lautet das Leitwort der diesjährigen Aktion, das Jennifer Jonczyk vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend als Organisatorin natürlich auswendig weiß. Auch die Kinder haben so einiges über das diesjährige Beispielland Kenia erfahren, etwa dass die Menschen in der Region Turkana im Nordwesten des Landes besonders schwer unter der Klimaveränderung leiden müssen, die sie nicht verursacht haben. Jährlich werden mit den gesammelten Mitteln aus der Sternsinger Aktion 1800 Projekte für notleidende Kinder weltweit unterstützt.

Stadtdechant dankt den Kindern

Nachdem das erste Kreidekind an der Rathaustür seinen Dienst getan hat, geht es ins Warme und der Stadtdechant Bernhard Lücking dankt den Kindern für ihren Einsatz. „Es gibt auch noch etwas anderes als Krieg, Terror und Flucht und ihr Kinder macht das allen vor“, sagt er. Am Ratssaal und der Bürotür des OB sind weitere Kreidekinder segnend tätig, die anderen kriegen indessen schon mal etwas zu trinken. „Königs“-Mutter Melanie Thiel vermisst eine Aussendungsandacht, wie Diakon Stephan Koch sie im vergangenen Jahr in der Karmelkirche vor dem Rathausbesuch gehalten hatte.

„Da ging es für die Kinder konkret nochmal darum, dass man miteinander teilt, das hat uns allen gut gefallen“, erzählt sie Jennifer Jonczyk. Wird notiert fürs nächste Jahr.

Freundlicher Empfang - mit Ausnahmen

An den allermeisten Türen, an die die Sternsinger klopfen, werde den kleinen Weisen aus dem Morgenland auch freundlich geöffnet.

Aber die Pfadfinderin Sina Franke und ihre Kolleginnen haben sich auch schon über rüde Mitmenschen geärgert, die den Kindern und ihrer Sammelbüchse die Türe vor der Nase zu klatschen. „Es ist halt schwieriger, den Kleinen Höflichkeit beizubringen, wenn sie erleben, wie schwer das manchen Erwachsenen fällt, sich zu benehmen“, sagt Franke.

(aus: waz.de, 04.01.17)


Sternsinger rühren Senioren in Awo-Einrichtung zu Tränen

Die Sternsinger aus Christus König besuchten mit Sr. Martina Paul das AWO-Seniorenzentrum Karl-Jarres-Str. (WAZ-Foto: Lars Fröhlich)
Die Sternsinger aus Christus König besuchten mit Sr. Martina Paul das AWO-Seniorenzentrum Karl-Jarres-Str. (WAZ-Foto: Lars Fröhlich)

Sternsinger der Gemeinde Christus König haben die Awo-Einrichtung an der Karl-Jarres-Straße besucht. Kindern macht es Spaß, anderen zu helfen.

Die Heiligen drei Könige haben sich mit der Sternträgerin ans Bett von Ruth Kranz gedrängt. Das Deckenlicht erhellt den Raum. Die 81-jährige Bewohnerin des Awo-Seniorenheims an der Karl-Jarres-Straße hört still zu.

Antonia Tries (12), Sarah Mohr (8), Emanuela Osei Tutu Achampong (14) und Ruthly Asante (10) singen „Stern über Bethlehem“ und sprechen ein Gedicht. „Das ist schön“, sagt Kranz und überreicht dem königlichen Besuch einen Geldschein und Süßigkeiten. Als die vier Kinder ihr Zimmer verlassen, sagt sie: „Für mich hat nie jemand gesungen.“

Wieder einmal haben die Sternsinger der Gemeinde Christus König in Hochfeld einem Menschen eine Freude bereitet. „Es macht Spaß, anderen Leuten eine Freude zu bringen“, sagt die 14-jährige Emanuela.

Spenden für Kinder-Hilfsprojekte

Antonia Tries verkörperte beim Besuch in der Awo-Einrichtung König Melchior. Sie ist schon viele Male mitgelaufen. „Einige aus meiner Familie sind gestorben. Ich mache es auch ihnen zu liebe, weil es ihnen immer so viel Freude bereitet hat.“

Heute wandern die Sternsinger in Duisburg von Haus zu Haus, bringen Bürgern den Segen und sammeln Spenden für Kinder-Hilfsprojekte, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Kenia. „Das ist das einzige Projekt, das von Kindern für Kinder ist“, sagt Schwester Martina, die seit 2002 die Sternsinger betreut. Im vergangenen Jahr haben 32 Kinder der Gemeinde mitgemacht.

Nicht jeder Bewohner war gestern über den Besuch erfreut. Als die Kinder im Foyer ihr Lied singen, dreht sich eine Bewohnerin um und sagte: „Sammelt doch für Deutschland. Die haben genug.“ Ein anderer Mann, den die Kinder um eine Spende bitten, guckt nur widerwillig hoch, schüttelt den Kopf. Auf solche Situationen hat Schwester Martina die Sternsinger der Gemeinde vorbereitet. „Da muss man Geduld haben“, sagt Emanuela. „So etwas haben wir vorher geübt.“

Auch auf die ständigen Wiederholungen mussten sich die Kinder einstellen. „Auch wenn man das Lied zum 40. Mal singt, für die Leute ist es das erste Mal“, sagt Schwester Martina ihren Sternsingern immer.

Bei der Generalprobe mussten die Kinder nicht ganz so oft singen. Auf den Etagen kommen die Bewohner zusammen, hören zu, applaudieren. Nicht jeder kann im Seniorenheim etwas für die Kinder spenden. Auf der sechsten Etage etwa hat niemand Geld für die goldene Dose, die Antonia um den Hals trägt. „Dann denken sie an uns“, sagt da Schwester Martina. Gerührt verabschieden sich die Bewohnerinnen von den Kindern. Eine Dame hat Tränen in den Augen.

(aus: waz.de, 06.01.17)