Ehrenamts-Koordinatoren für die Pfarrei Liebfrauen

Im Bistum Essen haben die ersten Ehrenamts-Koordinatoren ihren Dienst angetreten, darunter Elmar Ibels, Monika Schmitz und Martin Zensen aus der Pfarrei Liebfrauen. Berichte der Duisburger Lokalpresse.


Duisburger Netzwerker engagieren sich im Namen Gottes

Mit guter Laune das Ehrenamt stärken: Pfarrer Bernhard Lücking, Klaus Peter Bongardt (l.), Monika Schmitz und Elmar Ibels im Gespräch. (WAZ-Foto: Ute Gabriel/Funke Foto Services)
Mit guter Laune das Ehrenamt stärken: Pfarrer Bernhard Lücking, Klaus Peter Bongardt (l.), Monika Schmitz und Elmar Ibels im Gespräch. (WAZ-Foto: Ute Gabriel/Funke Foto Services)

Von Daniel Wiberny

Das Bistum Essen stärkt die Freiwilligenarbeit und führt Ehrenamtskoordinatoren ein. Vier davon gibt es in der Duisburger Pfarrei Liebfrauen.

Gerade einmal fünf Jahre ist es her, erzählt Pfarrer Bernhard Lücking, da habe er mit einem Vorschlag für ungläubiges Staunen gesorgt. „Als ich damals angeregt habe, dass Ehrenamtliche mehr Verantwortung bekommen und zum Beispiel Beerdigungen übernehmen sollten, bin ich noch ausgelacht worden.“ Heute tut dies niemand mehr.

Ganz im Gegenteil: Das Bistum Essen stärkt angesichts rückläufiger Zahlen bei den hauptamtlichen Theologen und vor allem auf Druck der Basis die Freiwilligenarbeit und hat unter anderem auch den Pfarrer gefragt, ob er mit seiner Pfarrei Liebfrauen an einem Pilotprojekt teilnehmen möchte, um vor Ort Ehrenamtskoordinatoren zu installieren.

Möglichst viele Freiwillige gewinnen

Lücking hat zugesagt. Und so gehören nun Monika Schmitz, Martin Zensen und Elmar Ibels zu den Ersten im Bistum, die sich für diese Aufgabe intensiv weitergebildet haben. Weitere sollen folgen. Das Trio arbeitet seit Kurzem zusammen mit dem einzigen Hauptamtlichen im Team, mit Klaus Peter Bongardt, der bereits Erfahrung als Ehrenamtskoordinator bei der Caritas hat. Bongardt, Schmitz, sonst im Sekretariat der Pfarreiverwaltung Liebfrauen tätig, Zensen, Leiter des Katholischen Bildungswerks Duisburg, und Hausmann Ibels haben ein Ziel: möglichst viele Menschen für die Freiwilligenarbeit zu gewinnen, die sich auch für verantwortliche Aufgaben qualifizieren lassen wollen.

Bongardt: „Uns ist klar, dass die Zeiten eines lebenslanges Engagements, das es früher noch häufiger gegeben hat, so gut wie vorbei sind.“ Deshalb setzt das Quartett auf Projektarbeit und auch auf Menschen, die vielleicht nicht jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, aber trotzdem Spaß haben, ihre Talente einzubringen.

Einige Schwerpunktthemen setzen

Große Vorgaben wollen die Vier gar nicht machen, wohl aber Schwerpunktthemen setzen. Etwa in die Trauerarbeit sollen Ehrenamtliche stärker eingebunden werden. Dabei geht es nach vorheriger Qualifizierung zum Beispiel nicht nur darum, Beerdigungen zu übernehmen, sondern auch einige Wochen nach dem Begräbnis für die Trauernden da zu sein.

Lücking findet es etwas schade, dass das Bistum die Initiative zur Freiwilligenarbeit erst jetzt und vor allem aus der Not heraus geboren gestartet hat. „Wir werden aber ansonsten als Pfarrei keine Zukunft haben, wenn Ehrenamtliche nicht verantwortungsvolle Positionen übernehmen.“ Eines sagt er allerdings auch: „Genau so stelle ich mir Kirche vor.“

150.000 Euro pro Jahr vom Bistum für Weiterbildung

Das Bistum stellt allen Pfarreien zunächst begrenzt auf 2015 und 2016 jährlich 150.000 Euro zur Verfügung, damit Ehrenamtliche in den verschiedensten Bereichen qualifiziert werden können. Pfarreien wie Liebfrauen in Duisburg, die bereits Ehrenamtskoordinatoren installiert haben, bekommen ein größeres Stück vom Kuchen ab. Für sie verdoppelt sich der Anteil. Ehrenamtliche finden im Internet auf ehrenamt.bistum-essen.de, alles, was sie für ihr Engagement benötigen. Von Informationen über den Versicherungsschutz bis zu Arbeitshilfen zur Leitung von Sitzungen.

(aus: derwesten.de, 23.04.15)


Ehrenamt: Liebfrauen wird Pilot-Pfarrei

Die neuen Ehrenamts-Koordinatoren der Duisburger Pfarrei Liebfrauen haben ihre (ehrenamtliche) Aufgabe übernommen (v.l.): Martin Zensen, Elmar Ibels und Monika Schmitz. (RP-Foto: Achim Pohl / Bistum Essen)
Die neuen Ehrenamts-Koordinatoren der Duisburger Pfarrei Liebfrauen haben ihre (ehrenamtliche) Aufgabe übernommen (v.l.): Martin Zensen, Elmar Ibels und Monika Schmitz. (RP-Foto: Achim Pohl / Bistum Essen)

Im Bistum Essen haben die ersten Ehrenamts-Koordinatoren ihren Dienst angetreten. Darunter sind Elmar Ibels, Monika Schmitz und Martin Zensen, die für die Großpfarrei Liebfrauen zuständig sind.

Nach einer intensiven Qualifikation haben jetzt die ersten Ehrenamts-Koordinatoren für sechs Pilot-Pfarreien zwischen Duisburg und Hattingen ihre Zertifikate erhalten. Auch ein Team der Duisburger Pfarrei Liebfrauen hat damit seinen Dienst angetreten. Gleichzeitig hat das Bistum eine neue Internetseite mit allen Informationen für ehrenamtlich Engagierte freigeschaltet und zudem eine Handreichung mit klaren Standards für das Engagement in den katholischen Einrichtungen an Rhein, Ruhr und Lenne vorgelegt.

„Pioniere“, nannte Domkapitular Michael Dörnemann, Leiter des Pastoraldezernats im Bischöflichen Generalvikariat, die neuen Ehrenamts-Koordinatoren. Sie würden „ausgesandt in die Pfarreien, um Wegbereiter zu sein für neue Formen in der Pastoral“. Die Koordinatoren sollen „ein neues Netzwerk von Ehrenamtlichen bilden, um eine lebendige Kirche zu sein, in einer großen Vielfalt und mit einer ungeheuren Ausstrahlung“, sagte Dörnemann. „Kirche ist doch nicht allein da, wo Bischof und Hauptberufliche aktiv sind, sondern wo jede und jeder Getaufte aktiv wird, beispielsweise in der Arbeit mit Flüchtlingen, aber auch an vielen anderen Stellen“, würdigte Dörnemann das vielfältige ehrenamtliche Engagement. Und er ermutigte die neuen Koordinatoren: „Verunsichern Sie Menschen, auch Hauptberufliche und Hauptamtliche in der Kirche, in dem Sie, von Gottes Geist getrieben, Kirche bewegen und neu lebendig werden lassen.“

Seit dem vergangenen Sommer hatten sich 18 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kirchengemeinden vor Ort qualifizieren lassen, um künftig in sechs Pfarreien in Oberhausen, Hattingen, Gelsenkirchen, Bochum, Gladbeck und Duisburg erste Ansprechpartner rund ums Ehrenamt zu sein. Mit dabei waren Elmar Ibels, Monika Schmitz und der Leiter des katholischen Bildungswerks Duisburg, Martin Zensen, aus der Duisburger Pfarrei Liebfrauen. Wie in den anderen fünf Pilot-Pfarreien wird auch in Liebfrauen künftig ein Dreier-Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen die ehrenamtlich Aktiven unterstützen, untereinander vernetzen und gemeinsam mit den anderen Gremien vor Ort Ideen entwickeln, um neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Die Koordinatoren sind ein Teil des neuen Ehrenamts-Konzepts im Ruhrbistum und eine konkrete Folge des Zukunftsbilds im Bistum Essen. Unter anderem will das Konzept eine neue Sichtweise auf das Ehrenamt in katholischen Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen eröffnen: Statt Lückenbüßer zu sein, gerade in Zeiten wegbrechender hauptamtlicher Strukturen, sollen Ehrenämter vielmehr die Möglichkeit bieten, Talente und Fähigkeiten zu verwirklichen, die in Beruf oder Familie vielleicht zu kurz kommen. Unter den drei Schlagworten „Entdecken, Entfalten, Ermöglichen“ hat das Bistum jetzt auf 32 Seiten nicht nur Hintergründe zum Ehrenamt, sondern auch sieben Standards für den Umgang mit Ehrenamtlichen festgelegt, die nun im Bistum etabliert werden sollen. Unter anderem geht es dabei um öffentliche Beauftragungen zu bestimmten Ämtern, eine kontinuierliche Begleitung und Qualifizierung und eine Kultur der Wertschätzung und des Dankes.

Info: Internet-Seite

Auf einer neuen Internet-Seite finden Ehrenamtliche im Ruhrbistum alles, was sie für ihr Engagement benötigen. Angefangen bei Informationen über den Versicherungsschutz über Arbeitshilfen zur Leitung von Sitzungen bis hin zu Mustervorlagen für Bescheinigungen und Nachweise. Kernstück der Webseite ist der „Fortbildungsfinder“, in dem mehr als 70 Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen aus dem gesamten Bistum ihre Fort- und Weiterbildungen für Ehrenamtliche auflisten. Zukünftig ist es damit nicht mehr nötig, aufwendig bei vielen verschiedenen Anbietern nach einer Fortbildung zu suchen - ab sofort ist die Ehrenamts-Webseite des Bistums erste Anlaufstelle und zentraler Sammelpunkt für alle relevanten Fortbildungen in Sachen Ehrenamt.

Zudem sind auf der Internetseite das Ehrenamts-Konzept des Bistums und Informationen zum nächsten Kurs für Ehrenamts-Koordinatoren abrufbar.

(aus: rp-online.de, 11.04.15)