Sozialzentrum St. Peter eröffnet

Am Samstag hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck das Sozialzentrum in der ehemaligen Hochfelder Kirche St. Peter eingeweiht. Berichte der Duisburger Lokalpresse.


Sozialzentrum, in dem künftig für alle die Türen offen stehen

Ein gut gelaunter Bischof bei der Einweihung (RP-Foto: Andreas Probst)
Ein gut gelaunter Bischof bei der Einweihung (RP-Foto: Andreas Probst)

Von Vanessa Pudlo

Mit einer feierlichen Zeremonie wurde jetzt das Sozialzentrum St. Peter der katholischen Pfarrei Liebfrauen in Hochfeld durch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck eingeweiht.

Nachdem die katholische Kirchengemeinde St. Peter im Zuge der Strukturreform des Bistums Essen aufgegeben werden sollte, erwuchs die Idee, den Standort als karitatives Zentrum der neugegründeten Pfarrei Liebfrauen auszubauen. Nach einer einjährigen Umbauzeit wurde dieses Vorhaben nun in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband realisiert: „Unser Sozialzentrum soll nicht nur ein Projekt der Pfarrei sein, sondern ein Projekt für den ganzen Stadtteil. Unsere Türen stehen nicht nur heute für jeden offen“, erklärt Dechant Bernhard Lücking.

So umfasst das Zentrum derzeit einen offenen Kindertreff, eine Schulförderung, die Duisburger Tafel, die Schulmaterialkammer der Kolpingfamilie, die Kinderbibliothek sowie einen Gebrauchtkleiderladen. Geplant sind Kochkurse, Sprachcamps für Kinder, ein Arbeitstreffen neuer EU-Bürger und eine internationale Begegnung: „Das Sozialzentrum soll ein Ort der Begegnung, des Lernens, der Toleranz und der Freude sein. Ein Ort für Kinder, für Jung und Alt, für Jeden, der Begegnung wünscht“, erklärt Schwester Martina, die zusammen mit Klaus Peter Bongardt das Sozialzentrum leiten wird. Auch eine kleine Kapelle wurde eingerichtet, in der montags und freitags ein Gottesdienst abgehalten werden wird.

Das ehemalige Interieur der Gemeinde St. Peter wurde anderweitig mit Leben erfüllt: „Unsere Orgel steht in Wuppertal, und unsere Bänke schmücken jetzt eine neue Kirche in Polen“, berichtet Schwester Martina. Programmatisch für das Zentrum sei auch die Zusammenführung verschiedener Kulturen und Religionen. Gerade weil Hochfeld oft als Problemviertel dargestellt wird, sei die Integrationsarbeit und Netzwerkbildung wichtig, aber genau hier liege auch das Potenzial des Stadtteils: „Das Ganze wäre kein Sozialzentrum, wenn nicht alle zusammenarbeiten würden.“

(aus: rp-online.de, 18.03.13)


Heimat für Hochfelder aus aller Welt

Von Sabine Merkelt

An ein Zelt erinnert die Architektur der 2007 außer Dienst gestellten katholischen Kirche St. Peter an der Brückenstraße. Ein Jahr haben die Umbauarbeiten zum Sozialzentrum gedauert. Am Samstag feierte die Pfarrei Liebfrauen mit vielen Gästen und dem Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck die Einweihung.

Am Empfang hängt ein Plakat, auf dem in Deutsch, Türkisch, Rumänisch, Arabisch und Griechisch „Herzlich Willkommen“ steht. 44 Prozent der Hochfelder haben einen Migrationshintergrund. Das Zentrum soll mit seinen Angeboten ein Treffpunkt im Stadtteil werden und ein Stück Heimat. Es gibt Tagungsräume, eine kleine Kapelle, den Second-Hand-Laden, einen Spieltreff für Kinder, das deutsche Erzählcafé für ausländische Frauen, einen Seniorentreff, die Schulmaterialkammer und eine internationale Kinder- und Jugendbücherei. Auch eine Kindertageseinrichtung des Kita-Zweckverbandes, die Duisburger Tafel und die Frauenberatungsstelle Solwodi haben ihren Platz im gleichen Gebäude.

Pfarrer Bernhard Lücking zeigte sich froh darüber, dass die Gemeinde dank der Umnutzung ihre Zelte an der Brückenstraße nicht abbrechen musste. „Dies ist ein Projekt der ganzen Pfarrei Liebfrauen und wird zum Zusammenwachsen unserer Großgemeinde beitragen.“ Gemeindereferentin Schwester Martina Paul und Klaus Peter Bongardt vom Caritaszentrum Mitte werden das Haus gemeinsam leiten. Schwester Martina berichtete über die Wiederverwertung vieler Ausstattungsstücke von St. Peter. Die Altarplatte ging nach St. Bonifazius, die Orgel nach Wuppertal, die Bänke stehen jetzt in einer Kirche in Polen. Obwohl sie die Pläne kannte, war sie auf die Wirkung des fertigen Umbaus nicht gefasst. „Ich habe den Architekten gefragt, ob er vorher gewusst hat, dass das so toll aussehen wird“, gesteht sie lachend. „Das ist doch mein Geschäft“, meinte Jochem Schröder.

„Ich finde es gut, dass Sie die Kirchen nicht einfach verfallen lassen“, sagte Bürgermeister Manfred Osenger zu Bernhard Lücking, „das ist schon der vierte Kirchenumbau, den ich mit Ihnen in Verbindung bringe“. „Nicht jammern“, riet Bischof Overbeck den Hochfeldern angesichts der Strukturreform, die ja für die Gemeinden vor allem Abbau bedeutet, „sondern mithelfen, dass Gottes Zelt unter den Menschen eine Heimat bleibt, die uns keiner nehmen kann“. Er segnete das neue Zentrum: „Schwester Martina hat mich gebeten, auch die Küche zu segnen“, sagte er gut gelaunt, „vermutlich damit da nichts anbrennt.“

(aus: derwesten.de, 18.03.13)