Corona in Peru

Das Coronavirus hält derzeit die ganze Welt in Atem. Auch unsere Partnergemeinde Inmaculada Concepción in Peru ist betroffen. Wie es dort aussieht, berichtet unsere Kontaktperson für die Partnerschaft, Carsten Klein aus St. Gabriel.


Corona in Perú - Wir schauen auf Padre Fabio in Santa María

Corona Express World Tour

Die Peruanische Regierung ergreift strenge Maßnahmen gegen das Corona-Virus. Die Peruaner finden es gut, dass ihre Regierung schnell und beherzt rasche Maßnahmen gegen das Coronavirus ergriffen hat. In den Straßen patrouilliert Militär.

Maßnahmen in Perú sind Ausgangsperren für Männer und Frauen separiert. Montags, mittwochs und freitags dürfen Männer für unvermeidbare Wege aus dem Haus. Dienstags, donnerstags und samstags gehen die Frauen. Sonntags herrscht totale Ausgangssperre für Alle.

Peru hat für seine 30 Millionen Einwohner gerade mal 500 Intensivplätze mit Beatmung, erklärte Staatspräsident Martin Vizcarra in einer seiner täglichen Pressekonferenzen. Peru bleibt nichts anderes, als strikte Quarantänemaßnahmen durchzusetzen.

Die meisten Bewohner verstehen das - auch wenn das wirtschaftliche Einbußen bedeutet und viele ihre knappsten Reserven antasten, um sich mit dem Nötigsten versorgen zu können. Die Zahl der Covid-19-Toten lag am 18. April bei 300. Der Virus arbeitet sich jetzt erst langsam in die Anden und den dahinter gelegenen Amazonas vor. Es erreicht aber auch bereits das Tal von Padre Fabio und Santa María. Die nächstgelegene Kleinstadt Quillabamba verzeichnet die ersten Coronafälle. „Stell dir vor, Covid-19 wäre ein Erdbeben. Da ist das wichtigste, dass du überlebst.“

Corona in Peru

Betroffen von Covid-19 sind auch die Freiwilligen, die sich in Peru aufhielten. Eine Hilfe in der Gemeinde von Padre Fabio wäre normalerweise vor Ort. Dieses Jahr wird diese Routine-Unterstützung wegen Corona wohl weitestgehend entfallen.

Schulen und das komplette öffentliche Leben stehen still. Es gibt Unterricht nach Stundenplan über Radio und Fernsehen. Dies bedeutet, Kinder erhalten keinerlei didaktische und pädagogische Anleitung. Zudem werden die Ärmsten der Armen über diesen Weg gar nicht erreicht. Das Internet erreicht nur die, die in den Städten und größeren Dörfern wohnen und überhaupt Internetzugang haben. Dies sind die Allerwenigsten.

Die Kinder und Jugendlichen von Padre Fabio waren aus den Schulferien noch in Familien in umliegenden Dörfern und wie es ging in ihren abgelegenen Gegenden im Hochland und Amazonas. Höchstwahrscheinlich werden viele dieser derzeit die Familien auf den Feldern unterstützen. Sie sind für den Padre nur schwer telefonisch erreichbar. Damit stehen die Internate in der Gemeinde Inmaculada Concepción von Padre Fabio still. Internet bei den Kindern zu Hause gibt es nur sporadisch. Vielleicht 10% können diesen Luxus nutzen, aber leider nicht für Videos und Videochat, sondern lediglich mit sehr geringem Datenvolumen. Wir haben also derzeit quasi keine soziale Kontrolle. Da auch ein Anteil der Kinder potentiell häuslicher Gewalt ausgesetzt ist, bleibt uns nur, für Alle das Beste zu hoffen.

Corona in Peru

Padre Fabio erhält neben unseren großherzigen Spenden aus Duisburg über Adveniat vor Allem auch Gelder aus seiner Heimatgemeinde in der Lombardei in Norditalien und Sach- und Geldunterstützung durch das Don- Bosco Hilfswerk Operacion Mato Grosso. Das Lager für (auch unsere) Sachspenden steht ausgerechnet in Bergamo. Was dies für Perú bedeutet, bleibt abzuwarten.

Ich habe diese Woche mit Padre Fabio telefoniert. Einen Notfallaufruf aus Perú gibt es zurzeit noch nicht. Ich rechne aber damit, dass selbiger aus dem zuständigen Bistum in Puerto Maldonado in nächster Zeit erfolgt. Ein Aufruf hierzu und auch zu einer Unterstützung durch helfende Hände zum Gemeindeprojekt hier wird also sicher erfolgen.

 

Alles Gute an Padre Fabio nach Perú und Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.

Carsten Klein am 18.04.2020 für das Gemeindeprojekt in St. Gabriel


Pfarrei Liebfrauen

Wieberplatz 2, 47051 Duisburg

Tel: 0203 28104-24