Liebfrauen (aktuell)

Die heutige Pfarrei Liebfrauen wurde im Rahmen der Neustrukturierung des Bistums Essen am 1. Oktober 2006 aus den bisherigen Pfarrgemeinden des Dekanates Duisburg-Mitte errichtet. Aus welchen Gemeinden sich die Pfarrei zusammensetzt und von welchen Kirchen wir uns leider trennen müssen, erläutert Bischof Dr. Felix Genn in einem Hirtenwort.


Bischofswort vom 14. Januar 2006

Im heutigen Dekanat Duisburg Mitte wird durch Aufhebung aller Pfarrgemeinden und Zusammenführung der Pfarrgebiete die neue Pfarrei Liebfrauen errichtet. Ihre Gemeinde gehört zu dieser Pfarrei, deren Pfarrkirche aufgrund ihrer zentralen Lage und Größe die Kirche St. Joseph ist. Derzeit leben 35.300 Katholiken im Gebiet dieser zukünftigen Pfarrei.

Liebfrauen

Die Liebfrauengemeinde ist vor einigen Jahren durch Zusammenschluss mehrerer Pfarrgemeinden gebildet worden. Daher finden sich in ihrem Gebiet vier Filialkirchen, von denen die Kirchen Heilig Kreuz, St. Clemens und Liebfrauen aufgrund der unabdingbaren Sparmaßnahmen zu den so genannten „weiteren Kirchen“ zählen müssen, für die keine Kirchensteuermittel mehr zur Verfügung gestellt werden können und über deren zukünftige Verwendung noch entschieden werden muss. Die Zahl der Kirchen wäre sonst zu groß und mit Blick auf die finanzielle und personelle Ausstattung der Pfarrei nicht tragbar.

Karmelgemeinde

Anders als in der bisherigen Planung vorgesehen habe ich jedoch entschieden, die Karmelkirche „Mutter vom guten Rat“ zum Gottesdienst- und Versammlungsort einer „Personalgemeinde“ zu machen, solange der Karmeliterorden einen Priester für den Dienst an dieser Kirche zur Verfügung stellt. Hier trifft sich regelmäßig eine größere Zahl von Gläubigen aus einem weiten Einzugsbereich. Ich lege aber Wert darauf, dass diese Karmelgemeinde, die wie die fremdsprachigen Gemeinden über kein „eigenes“ Territorium verfügt, sich mit ihren Möglichkeiten und Stärken in die pastorale Arbeit der Pfarrei mit einbringt und mit der Liebfrauengemeinde eng kooperiert.

Neben der Liebfrauen- und der Karmelgemeinde finden sich folgende Gemeinden in der Pfarrei:

St. Ludger

Die heutige Pfarrgemeinde St. Elisabeth soll mit St. Ludger zu einer Gemeinde zusammenwachsen, wie es bereits seit einigen Jahren im Kooperationsplan des Bistums vorgesehen ist. Aufgrund ihrer Lage im Stadtgebiet Duissern wird die Kirche St. Elisabeth der Ludgerusgemeinde als Filialkirche zur Verfügung stehen. Die Kapelle St. Martin am Werthacker muss aber aus den bereits erwähnten Gründen – Finanzen und Personal – den so genannten „weiteren Kirchen“ zugeordnet werden, für die keine Kirchensteuermittel mehr zur Verfügung stehen können. Über ihre mögliche Verwendung ist ebenfalls noch zu beraten.

St. Gabriel

Auch für die heutigen Pfarrgemeinden St. Gabriel und St. Anna ist im Rahmen der
Kooperationsplanungen der vergangenen Jahre ein Zusammenschluss vorgesehen worden. Aufgrund der Größe und der Lage soll St. Gabriel für die jetzt zusammenwachsende Gemeinde zum zentralen Ort des Gemeindelebens werden. Die Kirche St. Anna muss, der bisherigen Planung entsprechend, trotz ihres künstlerischen Wertes den „weiteren Kirchen“ zugeordnet bleiben, weil eine andere Regelung für die Pfarrei weder finanziell noch personell leistbar wäre. Auch eine räumliche Trennung von Kirche (St. Anna) und Pfarrzentrum (St. Gabriel), wie im Votum von St. Anna vorgeschlagen, bringt in diesem Zusammenhang eher Probleme mit sich und ist zudem auch für die Gemeindebildung nicht förderlich. So bleibt als Aufgabe, im Zuge der Errichtung der neuen Pfarrei besonders sorgfältig zu prüfen, welcher Nutzung die St. Anna-Kirche zugeführt werden kann.

Christus König

Die Informationen und Hinweise aus den hier eingetroffenen Voten haben zu einer veränderten Planung geführt: Aufgrund des geeigneteren Raumangebotes, der besseren Gebäudesubstanz sowie der dort wohnenden Priestergemeinschaft soll nun in Christus König der zentrale Ort des Gemeindelebens im Stadtteil Hochfeld gegeben sein. Unter Berücksichtigung der bisherigen Planung und mit Blick auf das Alter und die Lage der Bonifatius-Kirche im Zentrum Hochfelds soll diese Kirche als Filialkirche der Gemeinde zur Verfügung stehen. Die Kirche St. Peter, an der sich auf dem Hintergrund der sozialen Herausforderungen im Stadtteil ein caritativer Schwerpunkt in der pastoralen Arbeit herausgebildet hat, muss aber zu den „weiteren Kirchen“ gezählt werden und kann nicht mehr aus Kirchensteuermitteln finanziert werden, weil eine dritte Kirche in Hochfeld finanziell und personell nicht zu verantworten wäre. Über ihre weitere Verwendung muss noch sorgfältig beraten werden.

Persönlich wichtig ist mir der Hinweis, dass mit meinen Entscheidungen zu den „weiteren Kirchen“ nichts ausgesagt ist über den Wert der pastoralen Arbeit und Bemühungen der heutigen Gemeinden an diesen Orten, die ich wertzuschätzen weiß. Mit einem herzlichen Dank an alle, die sich hier für die Gestaltung des gemeindlichen Lebens engagieren, verbinde ich die große Hoffnung, dass Sie sich mit gleicher Kraft auch unter anderen Bedingungen für eine lebendige und missionarisch wirksame Präsenz der Kirche in Ihrem Lebensraum einsetzen.

St. Michael

Auch für die zukünftige Gemeinde in Wanheimerort hat sich die Planung aufgrund zahlreicher Eingaben und Voten noch einmal verändert. Mein ursprünglicher Vorschlag, nach dem St. Petrus Canisius zum zentralen Ort des gemeindlichen Lebens werden sollte, beruhte vor allem auf baulichen Kriterien und damit zu erwartenden Kosten- und Investitionsersparnissen. Auf dem Hintergrund der Geschichte von St. Michael einschließlich der erfolgten Schenkungen des Reichsgrafen von Spee sowie mit Blick auf die zentrale Lage der Kirche am Marktplatz von Wanheimerort habe ich nun aber beschlossen, dass St. Michael zentraler Gottesdienst- und Versammlungsort dieser Gemeinde sein soll. St. Petrus Canisius soll mit Rücksicht auf die bisherige Planung, aber auch wegen der Lage in einem eigenen, anders strukturierten Wohngebiet als Filialkirche der Gemeinde genutzt werden können.

Italienische und kroatische Gemeinde

Auch die italienische und die kroatische Gemeinde gehören zur Pfarrei Liebfrauen. Sie bleiben an der Kirche St. Joseph am Dellplatz beheimatet.



Die „weiteren Kirchen“

Die sog. „weiteren Kirchen“ sind die Kirchen, die nach der Umstrukturierung nicht mehr aus Kirchensteuermitteln finanziert werden können und für die eine neue Verwendung gefunden werden muss. In unserer Pfarrei gibt es gleich sechs davon. Was geschieht damit?

Liebfrauen

Die Liebfrauenkirche wird von der 2007 gegründeten Stiftung „Brennender Dornbusch“ als geistlich-kulturelles Zentrum genutzt. Die Unterkirche steht weiterhin der Pfarrei als Gottesdienstort und für Angebote der Citypastoral zur Verfügung.

Heilig Kreuz

Der Kindergarten wurde 2009 vom Elternverein „Zaubersterne e.V.“ übernommen, der auch einen Teil des Gemeindezentrums gemietet hat. Dadurch ist es möglich, die Kirche zu erhalten, von der ein Teil als Gemeinderaum abgetrennt wurde.

St. Clemens

Die Kirche wurde bereits 2005 geschlossen, der Kindergarten 2007 ebenfalls. Ab 2009 entsteht auf dem Gelände ein Altenheim in Trägerschaft der Caritas. Der ursprüngliche Plan, die Kirche in den Neubau zu integrieren, war nicht realisierbar, sodass sie leider abgerissen werden musste.

Kapelle St. Martin

Die Kapelle am Werthacker war einige Jahre an eine evangelische Freikirche vermietet. Im Sommer 2009 wurde sie von der „Siedlergemeinschaft Duisburg e.V. 1947“ der Werthackersiedlung übernommen.

St. Anna

Die Kirche wurde im Februar 2007 geschlossen, während der Sanierung der Gabrielkirche 2009 aber vorübergehend reaktiviert. Hier sollen künftig besondere Gottesdienste stattfinden. Pfarrheim und Kindergarten wurden verkauft; der Kindergarten wird vom Studentenwerk Essen-Duisburg weiter geführt. Sakristei und Messdienerraum beherbergen jetzt die katholische Hochschulgemeinde.

St. Peter

Die Kirche wurde im November 2007 geschlossen. Der Standort, an dem schon vorher soziale Einrichtungen angesiedelt waren, wird zum sozial-karitativen Zentrum der Pfarrei ausgebaut. Die Kapelle bleibt für Werktagsmessen erhalten.